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In der Schlossküche

Vorsichtig setzten Max und Sophie einen Fuß nach dem Anderen auf die abgetretenen Stufen. Die Taschenlampe machte den steilen dunklen Abstieg nicht wirklich heller. Mulmig war den Beiden zumute. Eigentlich wollten beide umdrehen, aber keiner hätte das zugegeben.

Stufe für Stufe, Schritt für Schritt tasteten sie sich herunter. Es kam ihnen unendlich lange vor, bis sie vor einer großen schweren Holztür standen. Das Holz der Tür war fast schwarz. Man sah ihr ihr Alter an. Max versuchte die Tür zu öffnen. Sie rührte sich nicht. Sophie ging ebenfalls an die Tür und drückte mit ihrem Bruder gemeinsam gegen das schwere Holz. Immer noch passierte nichts. Max leuchtete mit der Taschenlampe die Tür ab. Es gab weder ein Schloß noch ein Riegel. Enttäuscht setzten die beiden sich auf die letzte Stufe der Treppe.

Sie sprachen kein Wort, sondern starten nur die Tür an. Sollte hier ihr Abenteuer schon enden? Wütend stampfte Sophie mit ihrem Fuß auf den Boden auf. Ein knarrendes, schepperndes Geräusch liess die Beiden aufschrecken. An der untersten Stufe, klappte ein Fach auf. “ Ein Geheimfach“ rief Sophie. Max kroch direkt zu diesem Fach hin, leuchtete mit der Taschenlampe rein und holte ein altes in Leder gebundenes Buch heraus. Aufgeregt mit zitternden Händen hielt er das Buch fest. Er kroch zurück zu Sophie auf die Treppe. Beide schauten sich den dicken Einband an. Schwer war das Buch. In alter Schrift die sie kaum entziffern konnten stand da in goldenen Buchstaben

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Sophie fuhr mit den Fingern den Schriftzug nach. Ganz langsam. Als wollte sie das Buch spüren. Einen Buchstaben nach dem nächsten. Als sie bei dem Z angekommen war, fing auf einmal die große schwere Holztür an zu knarren. Erschreckt zog sie den Finger von dem Buchdeckel weg. Max und Sophie starrten zur Tür. Nichts war mehr zu hören.

Max schaute Sophie an. Er war ganz aufgeregt. “ Sophie, rief er. Das Buch, das Buch ist der Schlüssel zur Tür. Los streiche nochmal über die Buchstaben.“ Sophie atmete tief durch. Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und fuhr mit dem Zeigefinger über die ersten Buchstaben. Es tat sich erst nichts, bis sie beim Z angekommen war. Wieder knarschte die Tür. Sie ächste richtig. Sophie strich nun über das E. Ganz langsam bewegte die schwere Tür sich. Mutig geworden nahm Sophie nun das P. Die Tür öffnete sich einen schmalen Spalt. Max sprang auf. Er war so aufgeregt, er konnte nicht mehr sitzen bleiben. Vorsichtig versuchte er durch den Spalt zu schauen. Er sah nichts. “ Mach weiter“ Max schrie fast. Sophie strich nun über das T, die Tür schwang schon weiter auf. Nun noch der letzte Buchstabe das E. Die Tür ging ganz auf.

Max und Sophie konnte nun nichts mehr halten. Sie waren so aufgeregt. Sophie nahm das schwere dicke Buch und rannte fast mit ihrem Bruder durch die geöffnete Tür.

Mitten im Raum blieben die beiden stehen. Eigentlich hätte es hier dunkel sein müssen. Es war schließlich ein Raum unten im Keller des Schlosses. Aber ein Licht irgendwie nicht wirklich aber doch erhellend, lies den ganzen Raum in einen warmen schönen Ort erscheinen. Fast wie in einem Traum. In der Mitte des Raumes stand ein großer Tisch. Stühle ringsherum. An der langen Seitenwand eine alter Herd und ein Backofen. Daneben eine große Anrichte. Unter dem Herd war ein Feuer. Es wirkte alles so, als ob gerade eben noch hier jemand gewesen wäre. Nur dass es alles so aussah wie man es sich früher im Mittelalter vorgestellt hat.

Es gab keine elektrischen Geräte, aber große Schüsseln. Pfannen und Töpfe aus Guss. Große Kochlöffel. Ein Regal voller kleiner Töpfe aus Ton. Geschirr aus Keramik. Es war fast so wie in dem Museum wo Sophie und Max mit ihren Eltern im letzten Jahr im Urlaub waren.

Sophie legte das Buch auf den Tisch. Und schaute sich um. Getrocknete Gewürze hingen von der Decke. Ein wunderschöner Geruch lag in der Luft. Es roch nach backen und kochen. An der anderen Seite des Raumes waren zwei große Wassertröge. Unter einem war ebenfalls ein Feuer, wie unter dem Herd. Sophie umgab ein Gefühl des vollkommen Glück. Auch Max schaute sich um. Er setzte sich vorsichtig an den Tisch und bestaunte die Küche. Es hatte den beiden die Sprache verschlagen. Nach einigen Minuten stand Max auf. Er ging zu dem Regal an der Wand. Das mit den kleinen und großen Töpfen. Er nahm den ersten Topf herunter und schaute hinein. Salz war drin. Im nächsten Topf getrocknete Bohnen, dann in einem ein Gewürz das er nicht kannte. Er griff zum nächsten Topf. Irgendwie achtet er dabei aber nicht auf seine Füsse und stolperte über einen kleinen Hocker der vor dem Regal stand. Der Topf fiel herunter. Während er fiel, flog der ganze Inhalt aus dem Topf heraus und verursachte eine Riesenwolke. Die Wolke bestand aus Zucker. Aber anstatt das der Zucker auf den Boden fiel, passierte etwas ganz sonderbares.

Der Zucker formte sich zu einer wunderschönen Fee. Max und Sophie erstarrten in ihren Bewegungen. Sie trauten ihren Augen nicht. Innerhalb von Sekunden stand dieses magische Wesen vor Ihnen. Sie lächelte die Beiden an und sagte: “ Hallo, schön dass ihr beiden da seit. Ich habe auf euch schon gewartet, Max und Sophie. Ich bin die Zuckerfee.“